Medizinisches Verständnis aus eigener Reiterfahrung
Als Fachärztin für Orthopädie & Unfallchirurgie, mit Zusatzqualifikationen in Sportmedizin und selbst aktive Reiterin, beschäftige ich mich seit vielen Jahren intensiv mit den spezifischen Anforderungen des Reitsports. Seit 2015 habe ich am UKE Athleticum- jetzt „Athleticum am Volkspark“ die bundesweit erste Sprechstunde für Pferdesportler etabliert – ein medizinisches Angebot, das in Deutschland bisher einzigartig ist.
Ich selbst reite seit dem dritten Lebensjahr und war aktiv bis Klasse S im Dressurreiten, was mir ein tiefes Verständnis für die funktionellen und biomechanischen Herausforderungen des Reitsports vermittelt. Diese eigene sportliche Erfahrung ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Bestandteil reitsportmedizinischer Kompetenz: Wer selbst reitet, versteht Sitz, Einwirkung, Belastungsmuster und die feinen funktionellen Anforderungen des Sports deutlich besser. Dieses Verständnis fließt unmittelbar in die medizinische Beurteilung und Therapie ein.
Medizinischer Ansatz im Reitsport
Reiten stellt besondere Anforderungen an Rumpfstabilität, Koordination, Beweglichkeit und muskuläre Balance. Beschwerden entstehen häufig funktionell – durch wiederkehrende, teils asymmetrische Belastungen von Wirbelsäule, Becken, Hüften und muskulären Ketten.
Die reitsportmedizinische Sprechstunde verbindet orthopädische Diagnostik, funktionelle Analyse und sportmedizinische Prävention. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen, Belastbarkeit zu verbessern und Reiterinnen und Reiter langfristig gesund und leistungsfähig zu begleiten.
Ablauf der Reitsportler-Sprechstunde
Für eine möglichst präzise Beurteilung bitte ich um folgende Vorbereitung.
Bitte mitbringen:
relevante Vorbefunde (z. B. Arztberichte, Bildgebung, Therapieberichte)
Reitvideo zur funktionellen Analyse
Anforderungen an das Reitvideo
enge, körpernahe Kleidung oder Reitweste
Aufnahmen in Schritt, Trab und Galopp
Sequenzen auf beiden Händen
Perspektiven: von vorne, von hinten und von der Seite
Das Video ermöglicht eine differenzierte Analyse von Sitz, Bewegung, Symmetrie und Belastungsmustern und ergänzt die klinische Untersuchung sinnvoll.
„Belastbarkeit im Reitsport entsteht durch Verständnis, nicht durch Kompensation.“








